Elisabeth-Selbert Schule Hameln

Abteilung Heilpädagogik und therapeutische Berufe

Fachschule Heilpädagogik (FS HP)

Standort Langer Wall
Heilpädagogik ist die Theorie und Praxis der Erziehung, Entwicklungsförderung und Lebensbegleitung jener Menschen, deren Personalisation und Sozialisation unter erschwerten Bedingungen erfolgt.

Heilpädagogik versucht, die Erschwernisse in ihren Zusammenhängen zu erkennen, zu erklären und zu verändern. Der Arbeit der Heilpädagogin/des Heilpädagogen liegt das Selbstverständnis zu Grunde, dass Beeinträchtigungen bzw. Behinderungen Formen wertgleichen Lebens sind.

Das heilpädagogische Handlungskonzept bezieht sich auf die ganzheitliche Lebenssituation des Menschen und nutzt dessen Entwicklungsressourcen.

Die Beeinträchtigung, ob im körperlichen, geistigen, sensorischen, sprachlichen, seelischen oder sozialen Bereich, wird nicht isoliert gesehen, sondern auf dem individuellen Hintergrund in Beziehung zum sozialen Umfeld und den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen verstanden, die es gegebenenfalls zu verändern gilt.

Heilpädagogische Ausbildung als Weiterbildung

Das Ausbildungskonzept richtet sich an einen Personenkreis, der über eine abgeschlossene Berufsausbildung und mehrjährige Praxiserfahrung – in der Regel zwei Jahre (siehe Aufnahmevoraussetzungen) und dadurch über Berufs- und Lebenserfahrung verfügt.

Für diesen Personenkreis bietet die Fachschule Heilpädagogik aufbauend auf den Erstberuf eine Weiterbildung und damit eine Erweiterung der beruflichen und persönlichen Qualifikation an. Die Motivation der Bewerberin/des Bewerbers zum Besuch der Fachschule Heilpädagogik liegt u.a. darin begründet, dass in den heilpädagogisch orientierten Arbeitsfeldern die Erzieherin/der
Erzieher in ihren/seinem beruflichen Handeln Grenzen erfährt.

Insofern ist die heilpädagogische Ausbildung als Vertiefung, Erweiterung und Bewusstmachung von Praxiserfahrungen zu verstehen.

Aufnahmevoraussetzungen:

In die Fachschule kann aufgenommen werden, wer

  • die Berechtigung zum Führen der Berufsbezeichnung "staatlich anerkannte Erzieherin/staatlich anerkannter Erzieher" oder eine gleichwertige* staatlich anerkannte berufliche Qualifikation erworben                                                                                                                                                                   * Als gleichwertig staatlich anerkannte berufliche Qualifikation wird angesehen: Abschluss der Fachschule Heilerziehungspflege.

und

  • danach eine mindestens einjährige hauptberufliche praktische einschlägige Tätigkeit in sozialpädagogischen Einrichtungen ausgeübt hat.

oder

eine gleichwertige berufliche Qualifikation erworben hat (Diplom Sozialpädagoge, Diplom Religionspädagoge bzw. Diakon über die Gleichwertigkeit anderer pädagogischer Qualifikationen entscheidet die Landesschulbehörde)

 und

eine mindestens 2-jährige hauptberufliche praktische Tätigkeit in sozial- und heilpädagogischen Einrichtungen ausgeübt hat.

Die geforderte Berufstätigkeit kann auch während der Teilzeitausbildung erbracht werden




Ziele:

Es sollen grundlegende Kenntnisse über Theorien und Methoden erworben werden, die dazu dienen, Menschen mit Beeinträchtigungen Hilfestellungen für die Bewältigung aller Lebensbereiche und zur Integration in die Gesellschaft zu geben.

Den Aufgabenbereichen entsprechend sind dieses

  • diagnostisch beobachtende
  • vorbeugend/kompensatorische
  • entwicklungsfördernde
  • beratend anleitende und behandelnde
  • sinnstiftende, wertgebende Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten.



Praktische Ausbildung:

Heilpädagogisches Handeln erfolgt in einem heil- oder sonderpädagogischen Praxisfeld unter Betreuung und Supervision einzelner Lehrkräfte an einem Wochentag in zeitlicher Absprache mit den Lehrerinnen/ Lehrern, Gruppenleiterinnen und Gruppenleitern und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Dauer:

2,5 Jahre

Es wird im 2-Jahres-Rhythmus aufgenommen. Ausbildungsbeginn ist jeweils nach den Sommerferien, Anmeldungen bitte bis zum 20. Februar eines Jahres.

Ausbildungsform

Die Fachschule Heilpädagogik in Hameln wird mit Teilzeitunterricht geführt, um interessierten Bewerbern/ Bewerberinnen, die berufstätig und/oder vorübergehend arbeitslos, bzw. im Erziehungsurlaub sind, eine Ausbildung zu ermöglichen.

Der Unterricht erfolgt an 3 Tagen in der Woche
Mittwochs von 17.00 – 20.15 Uhr
Freitags von 14.30 – 19.30 Uhr
Samstags von 8.00 – 13.00 Uhr

* bei 14-tägigem Samstagsunterricht sind im Schuljahr 1- 2 Wochen Blockunterricht zusätzlich notwendig, wobei der Antrag auf Bildungsurlaub gestellt wird.

Ausbildungsschwerpunkte

    1. Verhaltensauffälligkeiten/Verhaltensstörungen
    2. Sprach- und Lernbehinderungen
    3. Geistige Behinderungen



Stundentafel der Fachschule Heilpädagogik

FächerWochenstunden
Berufsübergreifender Lernbereich - Heilpädagogische Konzepte und Theorien21,5
Berufsidentität entwickeln
Heilpädagogisches Handeln planen, durchführen und reflektieren
Heilpädagogische Konzepte entwickeln
Religion
Berufsbezogener Lernbereich - Methoden und Handlungsansätze 23,5
Heilpädagogische Methoden anwenden und Lebenswelt gestalten
Beraten, begleiten und unterstützen
Heilpädagogische Arbeit organisieren und koordinieren
Unterrichtsstunden insgesamt45


Abschlüsse und Berechtigungen:

Der erfolgreiche Abschluss berechtigt zur Führung der Berufsbezeichnung: "staatlich anerkannte Heilpädagogin/staatlich anerkannter Heilpädagoge".



Ihre Ansprechpartner/in:

Abteilung Heilpädagogik und therapeutische Berufe

Frau von der Fecht und Barbara Höflich
Langer Wall 2
31785 Hameln

Tel.: 05151/93780
E-Mail: Heike.v.d.Fecht@ess-hameln.de

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